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Besprechungen von aktuellen Kinder- und Jugendbüchern

Letzte Buchbesprechungen

Buchbesprechung: Christian Frascella „Bet empört sich“

frascella_betLesealter 16+(Frankfurter Verlagsanstalt 2015, 285 Seiten)

Für mich war Christian Frascella eine der Jugendroman-Entdeckungen der letzten Jahre, auch wenn seine Bücher in einem Verlag, der sonst Erwachsenenbelletristik vertreibt, erschienen ist. „Meine Schwester ist eine Mönchsrobbe“, der beeindruckene Großmaulroman, wurde auch gleich für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. „Sieben kleine Verdächtige“, Frascellas zweiter Roman, hat mir sogar noch besser gefallen. Buch Nummer 3, das nun auf Deutsch erschienen ist, musste ich mir da gleich auch angucken.

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„ich habe schon das gefühl, dass das erzählen von geschichten mir dabei hilft, mich in der welt zurechtzufinden.“ Interview mit Finn-Ole Heinrich

Mit „Frerk, du Zwerg!“ hatten Finn-Ole Heinrich und seine Illustrationspartnerin Rán Flygenring einen fulminanten Einstand im Bereich des Kinderbuchs: Das Buch wurde im Jahr 2012 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Das Gespann aus Texter und Illustratorin ist geblieben: Die Maulina-Trilogie (hier die Buchbesprechungen zu Band 1, Band 2 und Band 3) ist abgeschlossen und hat – zu Recht – einige Preise eingeheimst, darunter den Luchs des Jahres 2014 von Radio Bremen und der Wochenzeitung Die Zeit.
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Buchbesprechung: Rainbow Rowell „Eleanor & Park“

rowell_eleanor_und_parkLesealter 14+(Hanser-Verlag 2015, 361 Seiten)

„Dieser großartige Roman erinnert mich nicht nur daran, wie es ist jung und verliebt in ein Mädchen zu sein, sondern auch daran, wie es ist, jung und verliebt in ein Buch zu sein.“ Mit diesen Worten hat John Green den Jugendroman „Eleanor & Park“ von Rainbow Rowell geadelt, und diese Aussage hängt die Messlatte für diese Buch ganz schön hoch. Mit ihrem Debütroman gewann Rainbow Rowell 2013 auch gleich den Boston Globe Horn Book Award und den Printz Award, zwei amerikanische Jugendbuchauszeichnungen. Ja, nach diese Vorschusslorbeeren aus Amerika war ich auf das Buch gespannt.

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Buchbesprechung: Lauren Oliver „Panic“

oliver_panicLesealter 14+(Carlsen-Verlag 2014, 365 Seiten)

Es ist eine Weile her, dass ich ein Buch von Lauren Oliver gelesen habe … „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ war ein beeindruckender Debütroman und wurde damals gleich für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Seitdem hab ich kein Buch mehr von der Autorin aus New York in der Hand gehabt (so ganz stimmt das nicht, weil ich „Delirium“ einmal angefangen, dann aber nicht weitergelesen habe – übrigens nicht, weil es mir nicht gefallen hat, sondern weil ich dann etwas anderes lesen musste). Mit „Panic“, das ein schmuckes Cover ziert, wollte ich es aber mal wieder probieren.

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Buchbesprechung: Peggy Parnass & Tita do Rego Silva „Kindheit – Wie unsere Mutter uns vor den Nazis rettete“

parnass_kindheitLesealter 12+(Fischer-Verlag 2014, 65 Seiten plus Nachworte)

Wenn ich es richtig verstanden habe, ist „Kindheit – Wie unsere Mutter uns vor den Nazis retete“ nicht nur die verkleinerte Neuauflage eines bereits 2012 im Verlag Schwarze Kunst herausgegebenen Buchs, das 2013 von der Stiftung Buchkunst als eines der »schönsten Bücher« 2013 ausgezeichnet wurde; sondern es handelt sich bei dem Text um einen Auszug aus dem bereits 1983 erschienenen autobiografischen Buch „Unter die Haut” von Peggy Parnass. Darin verarbeitet die Autorin ihre schlimmen Erfahrungen als Kind während des Zweiten Weltkriegs.

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Buchbesprechung: Pacale Maret „Mich kriegt ihr nicht“

maret_kriegtLesealter 12+(Mixtvision-Verlag 2014, 219 Seiten)

„[…] basierend auf dem wahren Leben des Colton Harris-Moore.“ Dass ein Buch oder Film auf einer wahren beruht, ist ein beliebtes Prädikat. Ob das dann auch die besten Filme oder Bücher sind? Die Französin Pascale Maret reist viel in der Welt herum und schreibt gerne Abenteuerromane, die an Orten spielen, die sie besucht hat. Zu „Mich kriegt ihr nicht“ angeregt wurde die Autorin durch zahlreiche Artikel über einen berühmten jugendlichen Dieb, der lange Zeit im Staate Washington (USA) sein Unwesen getrieben hat. Die Personen im Buch sind im Gegensatz zur Hauptfigur jedoch frei erfunden, wie die Autorin im Nachwort betont.

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Buchbesprechung: Harald Rosenløw Eeg „Aber raus bist du noch lange nicht“

eeg_rausLesealter 14+(Gerstenberg-Verlag 2014, 271 Seiten)

Skandinavische Autoren waren vor 20 bis 30 Jahren so etwas wie die Vorreiter in der Jugendliteratur – man denke nur an Autoren wie Peter Pohl oder Mats Wahl, beide aus Schweden. Sie veröffentlichen noch immer Kinder- und Jugendromane, aber dass sie damit so viel Aufsehen wie früher erregen und Aufbruchstimmung verbreiten, kann man nicht sagen. 1970 geboren, kann man den Norweger Harald Rosenløw Eeg nicht unbedingt als Nachwuchsautoren bezeichnen, aber er ist einer der Autoren, der in den letzten Jahren etwas frischen Wind aus Skandinavien nach Deutschland gebracht hat. Sein neuester Roman heißt „Aber raus bist du noch lange nicht“ und ist laut Untertitel ein Thriller.

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Buchbesprechung: Jesse Browner „Alles geschieht heute”

browner_heuteLesealter 16+(Verlag Freies Geistesleben 2014, 249 Seiten)

„Alles geschieht heute“ ist nicht Jesse Browners erstes Buch, aber – wenn ich richtig recherchiert habe – sein erster Roman, der auf Deutsch erschienen ist. Das Buch des in New York lebenden Autors ist eine Art Kammerspiel-Roman, denn die Handlung vollzieht sich an einem einzigen Tag, an dem die Hauptfigur in eine große Lebenskrise gerät – und die will natürlich bewältigt werden. Ja, ein eigenwilliges Buch, ein nicht gerade zugängliches zudem – aber davon gleich mehr …

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Buchbesprechung: Meme McDonald & Boori Monty Pryor „Njunjul“

pryor_njunjulLesealter 14+(Baobab Books 2014, 157 Seiten)

Von Südafrika nach Australien – das geht nur in Büchern. Handelte das letzte besprochene Buch (Sonwabiso Ngcowa: „Nanas Liebe“) davon, wie ein lesbisches Mädchen in Kapstadt seinen Weg findet, so thematisiert Meme McDonalds und Boori Monty Pryors Jugendroman „Njunjul“ das Leben als jugendlicher Aborigine in Australien. Auch in dem australischen Buch geht es darum, zu sich selbst zu finden angesichts schwieriger Grundbedingungen – das ist die Gemeinsamkeit beider Bücher. Meme McDonald ist übrigens eine weiße Australierin, die sich jedoch schon lange für die Rechte der Ureinwohner einsetzt, während Boori Monty Pryor von australischen Ureinwohner abstammt.

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Buchbesprechung: Sonwabiso Ngcowa „Nanas Liebe“

ngcowa_liebeLesealter 14+(Peter-Hammer-Verlag 2014, 174 Seiten)

Seit einem Symposium in Oldenburg über afrikanische Kinder- und Jugendliteratur vor zwei Jahren liegen mir Jugendbücher von afrikanischen Schriftstellern am Herzen. Der Peter-Hammer-Verlag ist einer der wenigen Verlage, die regelmäßig afrikanische Jugendromane veröffentlichen, und im Fall von Sonwabiso Ngcowas Buch (fragt mich nicht, wie man den Namen des Autors ausspricht) hat sich der Verlag aus Wuppertal engagiert, um den Debütroman des Südafrikaners herauszugeben. Eine große Rolle hat dabei der Übersetzer Lutz van Dijk, der selbst einige Jugendromane geschrieben hat, gespielt: Er hat Sonwabiso Ngcowa ermutigt, diesen Roman zu schreiben und zu veröffentlichen.

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Buchbesprechung: Susan Kreller „Schneeriese“

kreller_schneerieseLesealter 13+(Carlsen-Verlag 2014, 206 Seiten)

Elefanten sieht man nicht“, der erste Jugendroman von Susan Kreller, war ein einfühlsames Buch über familiäre Gewalt, das aus der Sicht eines Mädchens erzählt ist. Nun liegt ein zweiter Jugendroman der in Bielefeld lebenden Autorin vor: „Schneeriese“. Es geht diesmal um einen Jungen, der erleben muss, wie das Mädchen, in das er verliebt ist, eine Beziehung mit einem anderen Jungen beginnt …

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Buchbesprechung: Andreas Steinhöfel „Anders“

steinhoefel_andersLesealter 14+(Königskinder-Verlag 2014, 236 Seiten)

Fast drei Jahre ist es her, seit Andreas Steinhöfel mit dem letzten Band der Rico-Reihe sein letztes Buch veröffentlicht hat, und die Kinderbücher um Rico und Oskar waren wohl der bisherige Höhepunkte in Steinhöfels Karriere. Das neue Buch – wie die Rico-Bücher – von Peter Schössow sparsam illustriert, ist bei einem neuen Label des Carlsen-Verlags erschienen: Königskinder. Der Ableger bringt stilvoll gestaltete Kinder- und Jugendromane heraus, die in den Farben Weiß, Schwarz und Gold gehalten sind. Auch „Anders“ ist ein bibliophiles Schmuckstück.

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Buchbesprechung: Meg Rosoff „Was ich weiß von dir“

rosoff_weissLesealter 14+(Fischer-Verlag 2014, 271 Seiten)

Von Meg Rosoff habe ich, glaube ich, alle bisher auf Deutsch erschienenen Bücher gelesen – manche mit großer Begeisterung, andere mit etwas Befremden. Ihren neuen Jugendroman „Was ich weiß von dir“, den ich auf der Buchmesse ganz druckfrisch in den Händen gehalten habe und der am Tag darauf bei mir eingetrudelt ist, wollte ich mir jedenfalls auch nicht entgehen lassen. Das Buch führt einen diesmal in die USA, ein Land, das die dort geborene, aber inzwischen in London lebende Autorin gut kennt.

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Buchbesprechung: Christoph Wortberg „Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß“

wortberg_ernstLesealter 14+(Beltz & Gelberg-Verlag 2014, 190 Seiten)

Ein stilvolles Cover, ein lustiger Titel, ein ernstes Buch. Lange habe ich darauf gewartet, dass Christoph Wortberg, dessen letztes Jugendbuch „Dieser eine Moment“ mir gut gefallen hat, einen neuen Jugendroman veröffentlicht. Vier Jahre nach dem letzten Buch ist nun „Der Ernst des Lebens macht auch keinen Spaß“ bei Beltz & Gelberg erschienen. Christoph Wortberg hat den Verlag gewechselt. Ob das der Grund für die lange Veröffentlichungspause war? Keine Ahnung …

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Buchbesprechung: Andrea Rings „Parkour – Nur die Wahrheit ist unbezwingbar“

rings_parkourLesealter 13+(Chicken House 2014, 391 Seiten)

Der Goldene Pick ist ein Manuskript-Wettbewerb von FAZ und Chicken House, einem Ableger des Carlsen-Verlags. Seit dem Jahr 2010 wird der Preis verliehen und mit ihm sollen – das ist das Ziel – neue Autorentalente im Bereich der Jugendliteratur gefunden und unterstützt werden. Das von der Jury jedes Jahr ausgewählte Manuskript wird dann bei Chicken House verlegt. 2013 hat den Preis Andrea Rings erhalten, und ihr Manuskript ist nun unter dem Titel „Parkour“ als Buch erschienen. Was den Titel angeht, konnte ich mir wenig darunter vorstellen, aber ich habe einfach mal reingelesen und bin hängen geblieben, obwohl „Parkour“ nicht unbedingt zu meiner bevorzugten Art von Jugendbüchern gehört. Dazu später mehr …

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Die Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises 2014 – ein persönlicher Bericht

djlp_2014Alle Jahre wieder – nicht zur Weihnachtszeit, sondern während der Wochen, wenn einem bewusst wird, dass der Sommer vorbei ist – geht es zur Buchmesse nach Frankfurt, wo am Freitag dann die Preisträger des Deutschen Jugendliteraturpreises bekannt gegeben werden. Seit acht Jahren bin ich nun jedes Mal dabei gewesen, seit acht Jahren bin ich gespannt, wer die Preisträger sind, seit acht Jahren warte ich darauf, dass das etwas spröde Format der Veranstaltung verändert wird. Aber getan hat sie da bisher nichts groß …

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Buchbesprechung: Mats Wahl „Wie ein flammender Schrei“

wahl_schreiLesealter 13+(Hanser-Verlag 2014, 200 Seiten)

Es gab einige Jahre nichts Neues mehr von Mats Wahl zu lesen – aber gut, Mats Wahl ist inzwischen fast 70 Jahre alt und vielleicht nicht mehr ganz so produktiv wie früher. Sein letztes, auf Deutsch erschienenes Buch war „Du musst die Wahrheit sagen“, nicht unbedingt das beste Buch des Autors. „Wie ein flammender Schrei“, der neueste Jugendroman auf Deutsch, ist im Original bereits 2010 erschienen …

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Buchbesprechung: Nils Mohl „Mogel“

mohl_mogelLesealter 15+(rororo rotfuchs 2014, 200 Seiten)

Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass das nächste Buch von Nils Mohl nach „Es war einmal Indianerland“ und „Stadtrandritter” der dritte und letzte Band der Stadtrand-Saga sein würde – doch dann wurde im Frühjahr, was mich etwas verwundert hat, „Mogel“ angekündigt. „Mogel“ ist ein eigenständiges Buch, das jedoch im gleichen Milieu (einer Hochhaussiedlung angelehnt an das Hamburger Jenfeld) wie die Stadtrand-Saga spielt. Während die beiden Bände der Stadtrand-Saga mit 350 bzw. fast 700 Seiten daherkommen, nimmt sich Nils Mohl neues Buch jedoch als dünnes Bändchen aus …

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Buchbesprechung: Anthony McCarten „funny girl“

mccarten_funny_girlLesealter 16+(Diogenes-Verlag 2014, 375 Seiten)

Seit dem genialen „Superhero“ verfolge ich die Bücher von Anthony McCarten und gucke, ob sie auch etwas für jugendliche Leser sind. „funny girl“, der neue Roman des Neuseeländers, der in London und München lebt, ist jedoch nicht nur mir aufgefallen, sondern fand sich im August 2014 auch auf der der Liste „Die besten 7 Bücher für junge Leser“ wieder. Ein eigenwilliges Thema wird in „funny girl“ behandelt: Es geht um ein muslimisches Mädchen, das sich nicht den Konventionen seiner Eltern beugt und etwas für Muslime Unvorstellbares tut.

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Buchbesprechung: Finn-Ole Heinrich & Rán Flygenring „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt – Ende des Universums”

heinrich_maulina3Lesealter 10+(Hanser-Verlag 2014, 179 Seiten)

Ich kenne einige Leute, die sich davor scheuen, Band 3 von „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“ zu lesen. Warum? Weil eigentlich klar ist, was darin passieren wird: Maulinas Mutter wird sterben. Und wer die quasselige Heldin liebgewonnen hat, möchte am liebsten nicht damit konfrontiert werden … Dessen ungeachtet habe ich mir diesmal nicht so viel Zeit gelassen wie bei Band 2, bis ich das Buch zur Hand genommen habe. Bei mir hat dann doch die Neugierde überwogen, wie Finn-Ole Heinrich und Rán Flygenring diesen sicher schwierigsten Teil der Trilogie meistern werden.

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