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Jugendbuch-Geschenktipps für Weihnachten 2016

Weihnachten 2016Ab heute werden die Türchen des Adventskalenders wieder geöffnet, in den Städten stehen seit letztem Wochenende wieder Weihnachtsmärkte, die Weihnachtsbeleuchtung wurde schon in der Woche davor (zumindest hier in Würzburg) aufgehängt – all das ist ein sicherer Hinweis dafür, dass Weihnachten vor der Tür steht. Und damit taucht die essenzielle Frage auf: Was schenke ich Freunden und Verwandten? Jugendbücher sind jedenfalls immer eine gute Wahl …

Es gab in diesem Jahr einige Bücher, die ich herausragend fand, die für mich besonders als Geschenke in Frage kommen; und die seien hier auflistet:

Das Schmuckstück für Jugendliche und Erwachsene

Cover: Carla Maia de Almeida "Bruder Wolf"Den Titel schönstes Jugendbuch des Jahres hat für mich eindeutig Carla Maia de Almeidas „Bruder Wolf“ verdient. Die Gestaltung des Buchs (das geht schon über den Begriff Illustration heraus) stammt von Jorge Gonçalves, der wie die Autorin aus Portugal kommt. Doch „Bruder Wolf“ ist nicht nur ein Schmuckstück, sondern erzählt zugleich kunstreich eine ganz besondere Geschichte – von einem Mädchen, das auf den Zerfall seiner Familie zurückblickt. Inzwischen sehe ich das mit der Altersangabe anders als zur Zeit der Buchbesprechung: Ich würde das Buch eher ab 14 oder 15 Jahren und für Erwachsene (als wie in der Besprechung ab 11 Jahren) empfehlen.

Spannung für – vorwiegend männliche – Lesemuffel

Vor allem zwei Titel fallen mir da ein:
Nummer 1: David Klass‘ „Siegen kann tödlich sein“ (ab 12 Jahren) – passend zum Sieg der Schachweltmeisterschaft von Magnus Carlsen heute Nacht, ein Buch über ein packendes Schachturnier, bei dem viele Geheimnisse aufgedeckt werden. Eine Art „Schachnovelle“ für Jugendliche …
Nummer 2: Mats Wahls „Sturmland – Die Reiter“ (ab 14 Jahren), Band 1 einer Dystopie-Reihe, bei der im Frühjahr Band 5 erscheinen wird. Mats Wahl schreibt trocken-berichtartig im Präsens – das ist erst mal gewöhnungsbedürftig –, aber die Story ist spannend.

Eher für Mädchen, episch breit mit einem Schuss Romantik

Oh weh, welche Klischees: Romantik bei Mädchen, Spannung bei Jungen … Aber zu Isabel Abedis „Die längste Nacht“ dürften sicher deutlich weniger Jungen als Mädchen greifen. „Die längste Nacht“ ist ein Buch mit vielen Geheimnissen, mit einer Liebesgeschichte und vielem mehr. Jedenfalls ein geeignetes Buch zum Abtauchen.

Für Leser/innen, die literische Herausforderungen suchen

Drei Bücher kann ich hier empfehlen:
Nummer 1: „PaulaPaulTom ans Meer“ von Gabi Kreslehner (ab 14 Jahren), letztendlich eine Liebesgeschichte, aber eben auch sehr experimentell geschrieben. Gabi Kreslehners Stil ist jedenfalls etwas Besonderes.
Cover: Nils Mohl "Zeit für Astronauten"Nummer 2: Tamara Bachs „Vierzehn“ (ab 14 Jahren) – ein Bändchen, das den ersten Schultag einer 14-Jährigen beschreibt. Vor allem die ungewohnte Du-Form der Erzählung ist mal etwas anderes – aber auch sonst ist es ein Buch mit sprachlichen Finessen.
Nummer 3: Die vorstehenden Bücher sind eher Bücher für Mädchen … Für Jungen (aber auch Mädchen) bestens geeignet ist dagegen Nils Mohls „Zeit für Astronauten“ (ab 15 Jahren). Eine rasante Geschichte, die die Figuren nach Griechenland führt. Nils Mohl gehört für mich wie Tamara Bach und Gabi Kreslehner in die Riege der Autor/inn/en, die mutig sind und sprachlich etwas wagen.

Das Buch mit Witz

Das humorvollste Buch, das ich dieses Jahr gelesen und besprochen habe, war Que Du Luus „Im Jahr des Affen“ (ab 14 Jahren) – der Humor im Buch ist allerdings sehr subtil und dürfte vor allem etwas für Leser/innen sein, die sich für Sprache interessieren und Sprachwitz mögen. „Im Jahr des Affen“ hat jedenfalls etwas Klamauk, der davon kommt, dass zwei Kulturen (China und Deutschland) gegenübergestellt werden.

Ein Buch zum aktuellen Flüchtlingsthema

Julya Rabinowich erzählt in „Dazwischen: Ich“ (ab 12 Jahren) wie es einem 15-jährigen Flüchtlingsmädchen in Mitteleuropa ergeht – und das ist etwas für Jugendliche (eher Mädchen als Jungen) und Erwachsene, weil man viel über die Situation und Nöte von Flüchtlingen erfährt.

Es gäbe noch einige Bücher zu erwähnen (z. B. Ruta Sepetys: „Salz für die See“ oder Bonnie-Sue Hitchcock: „Der Geruch von Häusern anderer Leute“). Aber das sind jetzt mal meine heißesten Tipps für Weihnachtsgeschenke …

Lasst euch nicht zu sehr vom Weihnachtstrubel und -stress anstecken!

(Ulf Cronenberg, 01.12.2016)

P. S.: Man kann natürlich auch Bücher aus dem letzten Jahr verschenken …

Kommentare (2)

  1. Sabine

    Dass ich den Eintrag hier kommentiere, heißt nicht, dass ich mich auf ihn beziehe – habe nämlich gleich einen ganzen Haufen Rezensionen hier gelesen und muss sagen: Vielen, vielen Dank! Eigentlich wollte ich nur einen kleinen Tipp für das Weihnachtsgeschenk meiner Nichte – jetzt habe ich nicht nur eine lange Liste, sondern vor allem auch selbst Lust, viele von den Büchern dann zumindest mal auszuleihen… Die Art der Rezensionen, der persönliche Blickwinkel gefallen mir richtig gut!

  2. Ulf Cronenberg (Beitrag Autor)

    Na, das freut mich! Sowohl, dass du Anregungen fürs Lesen bekommen hast, als auch das Lob für die Rezensionen. Danke und viele Grüße!

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