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Bestenliste (4 Punkte)

Buchbesprechung: T. A. Wegberg „Meine Mutter, sein Exmann und ich“

Lesealter 13+(Rowohlt rotfuchs 2017, 253 Seiten)

Fast fünf Jahre ist es her, dass ich mein erstes (und bis jetzt einziges Buch) von T. A. Wegberg gelesen habe: „Klassenziel“, ein Roman, in dem es um einen Amoklauf geht. Auch diesmal hat T. A. Wegberg ein brisantes Thema gewählt, und der Jugendroman fällt allein schon auf, weil er einen genial-kreativen Titel trägt. Das Possessivpronomen „sein“ ist kein Versehen, sondern deutet bereits an, dass es um eine Geschlechtsumwandlung geht … Wie in „Klassenziel“ ist die Hauptperson dabei nicht selbst, sondern indirekt betroffen.

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Buchbesprechung: Anne-Laure Bondoux „Bella Rossas anderes Glück“

Lesealter 15+(Carlsen-Verlag 2016, 333 Seiten)

Ganz taufrisch ist Anne-Laure Bondoux‘ neuestes Werk nicht mehr – es ist bereits im Herbst 2016 erschienen. Aber wie alle anderen ins Deutsche übersetzten Bücher der Französin – es sind inzwischen vier – wollte ich auch diesen Roman lesen. Seltsam ist der Titel ja schon (man mag sich wenig drunter vorstellen), und es sei vorweggenommen, dass das durchaus auch für die Geschichte gilt. Anne-Laure Bondoux schreibt inzwischen recht eigenwillige Geschichten, die sich Zuordnungen fast gänzlich entziehen … Aber das ist ja nichts Schlechtes.

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Buchbesprechung: April Genevieve Tucholke „All the strangest things are true“

Lesealter 14+(Thienemann-Verlag 2017, 221 Seiten)

Ich habe in den letzten Wochen in ein paar Bücher reingelesen, fast alle aber wieder zur Seite gelegt. Hängengeblieben bin ich ausgerechnet bei einem Buch für Mädchen. Jedenfalls heißt es in der Widmung für das Buch: „Für alle Mädchen, die mit dem Kopf in den Wolken stecken“. Angesprochen habe ich mich davon nicht gefühlt. Egal – vielleicht darf man das Buch ja auch als Mann lesen … Den Namen der Autorin, April Genevieve Tucholke, hatte ich vorher nie zu vor gehört – die Schriftstellerin lebt in Oregon (USA).

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Buchbesprechung: Anne-Laure Bondoux „Das Glück ist nicht immer gerecht“

Lesealter 13+(dtv 2016, 236 Seiten)

In den letzten Jahren sind auf Deutsch mehrere Jugendromane von Anne-Laure Bondoux erschienen – alle im Carlsen-Verlag. „Die Zeit der Wunder“, das den Anfang gemacht hat, ist ein hochaktuelles Buch, weil er ein Flüchtlingsschicksal beschreibt; der Roman war auch gleich für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Nun ist bei dtv ein Frühwerk der Autorin aus dem Jahr 2004 erschienen, und ich war neugierig wie es im Vergleich zu den Büchern der letzten Jahre ist. Übrigens: Das neueste Buch von Anne-Laure Bondoux bei Carlsen („Bella Rossas anderes Glück“) liegt auch schon vor – das muss noch ein bisschen warten …

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Buchbesprechung: Angela Mohr „Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen“

Cover Angela Mohr "Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen"Lesealter 14+(Arena-Verlag 2016, 309 Seiten)

Seit sie vier Jahre ist, stottert Angela Mohr – das kann man auf ihrer Webseite nachlesen. Aber statt daran zu verzweifeln, ist Angela Mohr daran gewachsen, und es ist beeindruckend, was sie in ihrem Leben schon alles auf die Beine gestellt hat. In „Zwei Tage, zwei Nächte und die Wahrheit über Seifenblasen“ spielt das Stottern auch eine Rolle, eine der beiden Hauptfiguren ist betroffen. Doch das ist letztendlich nicht das Hauptthema des Jugendromans.

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Buchbesprechung: Julya Rabinowich „Dazwischen: Ich“

Cover: Julya Rabinowich „Dazwischen: Ich“Lesealter 12+(Hanser-Verlag 2016, 255 Seiten)

Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, ob ich das unscheinbare Bändchen mit dem zwar zum Inhalt passenden, für meinen Geschmack aber eher wenig werbewirksamen Cover gelesen hätte, wenn es nicht einen Zufall gegeben hätte. Jedenfalls saß ich auf der Buchmesse am Hanser-Stand und kurz bevor ich aufgestanden bin, wurde mir eine Frau vorgestellt, die die ganze Zeit mit am Tisch gesessen war. Und das war Julya Rabinowich. In ein paar Sätzen wurde mir dann erzählt, worum es in ihrem aktuellen Buch geht. Und deswegen hier nun die Buchbesprechung dazu …

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Buchbesprechung: Anders Johansen „Das schwarze Loch in mir“

Cover: Anders Johansen „Das schwarze Loch in mir“Lesealter 12+(Beltz & Gelberg-Verlag 2016, 295 Seiten)

Anders Johansen ist ein dänischer Autor, der anscheinend schon viele Bücher geschrieben hat, „Das schwarze Loch in mir“ ist jedoch, wenn ich richtig recherchiert habe, das erste Buch (im Original schon 2012 erschienen), das von ihm ins Deutsche übersetzt wurde. Zu dem Buch inspiriert wurde Johansen übrigens durch eine Reise auf die Färöer-Inseln, wo er über einen Berg in ein Dorf lief und durch einen neu erbauten Tunnel durch den Berg zurückging. Das Szenario findet man in dem Buch wieder, auch wenn die Insel und das Dorf einen anderen Namen tragen und somit fiktiv sind.

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Kurzrezension: Matt De la Peña „Under Water“

Cover: Matt De la Peña "Under Water"Lesealter 13+(dtv 2016, 345 Seiten)

Das raffiniert gestaltete Cover zeigt schon, um was es in dem Buch gehen wird: Ein Schiff wird untergehen … Der Amerikaner Matt De la Peña ist nicht der erste, der sich an dem Thema versucht. Es gibt zahlreiche literarische und filmische Vorlagen zu dem Szenario, und die bekannteste heißt natürlich „Titanic“. Ob man sich als Autor einen Gefallen tut, ein so beliebtes Thema für ein Buch zu verwenden? Von Matt De la Peña heißt es übrigens, dass er kreatives Schreiben studiert hat.

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Buchbesprechung: Gabi Kreslehner „PaulaPaulTom ans Meer“

Cover Gabi Kreslehner „PaulaPaulTom ans Meer"Lesealter 14+(Tyorlia-Verlag 2016, 117 Seiten)

Die beiden bisherigen Jugendbücher („Charlottes Traum“ und „Und der Himmel rot“) von Gabi Kreslehner, die auch Romane und Krimis für Erwachsene schreibt, waren bei Beltz & Gelberg erschienen. Keine Ahnung, warum der neue Jugendroman nun bei einem anderen, mir bisher völlig unbekannten österreichischen Verlag erschienen ist. Man könnte spekulieren: Waren Gabi Kreslehners durchaus sperrige Romane nicht erfolgreich genug? Sperrigkeit hin oder her: Beltz & Gelberg hat eine Autorin ziehen lassen, die einen eigenen Stil hat und unvergleichliche Bücher schreibt … Wundersam auch, weil das Manuskript zu dem Buch 2014 mit dem Jugendliteraturpreis des Landes Steiermark ausgezeichnet worden war.

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Buchbesprechung: Sally Nicholls „Wünsche sind für Versager“

Cover Sally Nicholls "Wünsche sind für Versager"Lesealter 13+(Hanser-Verlag 2016, 215 Seiten)

Die ersten beiden Bücher von Sally Nicholls habe ich gelesen, ihren letzten Jugendroman „Keiner kommt davon“ allerdings übersprungen. Zeit, also mal wieder ein Buch der britischen Autorin zu besprechen, die mit ihrem Debüt „Wie man unsterblich wird“ im Jahr 2008 sehr bekannt geworden war. Ich erinnere mich noch an die junge, fast unscheinbare Autorin, die damals auf der Frankfurter Buchmesse aus ihrem Erstlingswerk gelesen hat … Einige Zeit ist seitdem vergangen: Am 22. Juni wird Sally Nicholls 33 Jahre alt, und sie sieht auf dem Foto im Buchumschlag auch deutlich älter und reifer als damals aus.

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Buchbesprechung: Marian de Smet „French Summer“

Cover: Marian De Smet "French Summer"Lesealter 14+(Gerstenberg-Verlag 2016, 192 Seiten)

Roadmovies – das ist ein Film- und Jugendbuch-Genre, das es mir angetan hat. Es hat etwas, wenn Protagonisten alles stehen und liegen lassen und ins Unbekannte aufbrechen. Faszinieren mich Roadmovies, weil ich das selbst manchmal gerne machen würde, aber weit davon entfernt bin, mich das zu trauen? Den Film-Klassiker „Thelma und Louise“ von Ridley Scott, den Roadmovie schlechthin, sollte man kennen – ich habe ihn vor einem guten Jahr angeschaut, und er ist nach wie vor nicht verstaubt, obwohl er schon 25 Jahre auf dem Buckel hat. „French Summer“ von der Belgierin Marian de Smet verspricht im frechen Untertitel „A fucking great road trip“ jedenfalls, eine Roadmovie-Geschichte zu erzählen.

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Buchbesprechung: Isabel Abedi „Die längste Nacht“

Cover: Isabel Abedi „Die längste Nacht“Lesealter 14+(Arena-Verlag 2016, 400 Seiten)

Es ist fast sieben Jahre her, dass ich das letzte Buch von Isabel Abedi gelesen habe – davon war ich selbst überrascht, als ich nachgeschaut habe. „Lucian“ ist 2009 erschienen, und seitdem gab es meines Wissens auch keinen Jugendroman der in Hamburg lebenden Autorin mehr – obwohl sie mit ihren bisherigen Jugendbüchern durchaus erfolgreich war und wohl auch einen festen Leserinnen-Kreis (es waren wohl eher Mädchen als Jungen) hatte. Übrigens: Dass ich mir „Die längste Nacht“ als Lektüre ausgewählt habe, hat auch ein bisschen was mit meiner Vornahme zu tun, ab und zu auch mal etwas anderes als sonst zu lesen …

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Buchbesprechung: Inge Barth-Grözinger „Sturmfrühling“

Cover Inge Barth-Grözinger "Sturmfrühling"Lesealter 14+(Thienemann-Verlag 2016, 266 Seiten)

Ganz unbedarft bin ich an „Sturmfrühling“, den neuen Jugendroman von Inge Barth-Grözinger, herangegangen, ohne mich vorher über das Buch informiert zu haben. Doch schon bald erinnerten mich manche Namen an ein anderes Buch der Autorin, das ich vor fünf Jahren gelesen habe. Und in der Tat: „Sturmfrühling“ könnte man als Fortsetzung der Geschichte von „Stachelbeerjahre“ bezeichnen. „Sturmfrühling“ setzt die Geschichte Mariannes, eines Mädchens aus einem Schwarzwald-Dorf, das nun in Heidelberg studiert, fort – in der spannenden Zeit Ende der 1960er Jahre.

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Buchbesprechung: Jenny Valentine „Durchs Feuer“

Cover: Jenny Valentine "Durchs Feuer"Lesealter 13+(dtv – Reihe Hanser 2015, 215 Seiten)

Das letzte Buch von Jenny Valentine, „Das zweite Leben des Cassiel Roadnight“, ist vor fünf Jahren erschienen – einer langen Zeit. Im Vorwort zu „Durchs Feuer“ steht, dass Jenny Valentine und ihr Vater lange krank gewesen wären und ihr Vater gestorben ist – wahrscheinlich war das der Grund für die lange Schreibpause. Der Tod ihres Vaters ist auch der Hintergrund für die Geschichte von Jenny Valentines neuem Jugendroman, in dem es um die Beziehung zwischen einer Tochter und ihrem sterbenden Vater geht.

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Buchbesprechung: Jesper Wung-Sung „Opfer“

Cover Jesper Wung-Sung "Opfer"Lesealter 14+(Hanser-Verlag 2016, 142 Seiten)

Dänemark. Nicht gerade viele Jugendromane aus dem relativ kleinen Land finden als Übersetzungen den Weg in deutsche Jugendbuchverlage. Bjarne Reuter war hier früher ein bekannter Name – in den letzten Jahren gab es außerdem Janne Teller, die mit ihrem provozierenden Jugendbuch „Nichts“ für einige Diskussionen gesorgt hatte. Der Hanser-Verlag, wo auch „Nichts“ auf Deutsch veröffentlicht wurde, nimmt sich bei „Opfer“ nicht gerade zurück, wenn er schreibt: „in Tradition von Janne Tellers ‚Nichts‘“. Große Fußstapfen für ein anderes Buch.

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Buchbesprechung: Anne-Laure Bondoux „Von Schatten und Licht“

Cover Anne-Laure Bondoux "Von Schatten und Licht"Lesealter 15+(Carlsen-Verlag 2016, 347 Seiten)

Anne-Laure Bondoux‘ Debütroman „Die Zeit der Wunder“, der gleich für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert war, ist angesichts der Flüchtlingswelle ein noch aktuelleres Buch, als es das 2011 beim Erscheinen war. Der zweite Roman der Französin („Der Mörder weinte“) kam deutlich sperriger daher, war aber meiner Meinung nach durchaus faszinierend, und seine düstere Stimmung kommt sofort in mir auf, wenn ich daran denke. „Von Schatten und Licht“ hat mit dem Scherenschnitt nicht unbedingt ein modisches Cover – erst nach dem Lesen weiß man, dass das Cover die Geschichte sehr gekonnt zusammenfasst.

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Buchbesprechung: Hilary T. Smith „Hellwach“

Cover Hilary T. Smith "Hellwach"Lesealter 15+(Fischer-Verlag 2015, 367 Seiten)

Ganz taufrisch ist „Hellwach“ nicht mehr, sondern bereits im Frühjahr 2015 erschienen – aber manchmal wird man auf gute Bücher eben erst später aufmerksam. Hilary T. Smith wird im Internet übrigens gerne als Nomad-Autorin gehandelt, weil sie keinen festen Wohnsitz hat, im Camper durch die Welt reist und nur hier und da vorübergehend in Hütten wohnt. „Hellwach“ ist auch unterwegs entstanden, wie man in der Kurzbiografie des Fischer-Verlags erfährt.

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Buchbesprechung: Edyth Bulbring „33 ist meine Glückszahl (oder auch nicht)“

Cover Edyth Bulbring "33 ist meine Glückszahl"Lesealter 14+(Hanser-Verlag 2015, 157 Seiten)

Jugendromane aus Südafrika gibt es immer wieder mal – man denke nur an die beiden gelungenen Bücher von Linzi Glass, von der jedoch seit fast vier Jahren kein neues Buch erschienen ist. Über den Jugendroman der Südafrikanerin Edyth Bulbring – mir war vor dem Lesen gar nicht bewusst, dass die Autorin aus Südafrika kommt – bin ich eher so nebenbei gestolpert: Ich wollte mal reinlesen und bin hängen geblieben – auch aus psychologischem Interesse.

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Buchbesprechung: David Levithan „Two boys kissing“

Cover David Levithan "Two Boys Kissing"Lesealter 14+(Fischer-Verlag 2015, 279 Seiten)

„Two boys kissing“ kam genau zur rechten Zeit heraus: Kurz bevor David Levithan für „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ von der Jugendjury mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde, stand der Folgeroman des amerikanischen Autors bereits in den Bücherregalen. Um was es in „Two boys kissing“ geht, kann man bei dem Titel schon erahnen: um Jungen, die schwul sind; allerdings handelt der Roman, anders als der Titel suggeriert, von mehr als zwei Jungen und ihren Erfahrungen.

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Buchbesprechung: Karin Bruder „Panama“

bruder_panamaLesealter 14+(dtv 2015, 375 Seiten)

Karin Bruders Debütroman „Zusammen allein“ war ein Buch, das mich ziemlich beeindruckt hatte und das auch gleich für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert worden war. Hätte ich die Autorin deswegen nicht in guter Erinnerung gehabt, hätte ich „Panama“ wohl kaum gelesen. Ich finde das Cover einfach nur furchtbar: kitschig, klischeehaft, und wenn man das Buch gelesen hat, fragt man sich, was das große, an eine Kreuzfahrt erinnernde Schiff darauf soll. Die Hauptfigur reist jedenfalls nicht damit …

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