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Schlagwort Archiv: Mobbing

Buchbesprechung: Lauren Wolk „Das Jahr, in dem ich lügen lernte“

Lesealter 12+(Hanser-Verlag 2017, 267 Seiten)

Ich mag das Cover dieses Buchs: hübsche Farben, ansprechende Gestaltung, auch wenn es vielleicht etwas kindlich für das doch alles in allem recht ernste Buch ist. Etwas Besonderes ist vor allem auch, dass das Layout im Inneren eine Fortsetzung erfährt: Jedes Kapitel wird auf der ersten Seite mit einer grauen Baumsilhouette verziert – solche Details sieht man in Büchern inzwischen leider selten. Mit „Das Jahr, in dem ich lügen lernte“ legt die Amerikanerin Lauren Wolk übrigens ihr Debüt vor – wer, wie ich, den Namen also nicht kennt, braucht sich nicht zu wundern.

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Buchbesprechung: April Genevieve Tucholke „All the strangest things are true“

Lesealter 14+(Thienemann-Verlag 2017, 221 Seiten)

Ich habe in den letzten Wochen in ein paar Bücher reingelesen, fast alle aber wieder zur Seite gelegt. Hängengeblieben bin ich ausgerechnet bei einem Buch für Mädchen. Jedenfalls heißt es in der Widmung für das Buch: „Für alle Mädchen, die mit dem Kopf in den Wolken stecken“. Angesprochen habe ich mich davon nicht gefühlt. Egal – vielleicht darf man das Buch ja auch als Mann lesen … Den Namen der Autorin, April Genevieve Tucholke, hatte ich vorher nie zu vor gehört – die Schriftstellerin lebt in Oregon (USA).

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Buchbesprechung: Anders Johansen „Das schwarze Loch in mir“

Cover: Anders Johansen „Das schwarze Loch in mir“Lesealter 12+(Beltz & Gelberg-Verlag 2016, 295 Seiten)

Anders Johansen ist ein dänischer Autor, der anscheinend schon viele Bücher geschrieben hat, „Das schwarze Loch in mir“ ist jedoch, wenn ich richtig recherchiert habe, das erste Buch (im Original schon 2012 erschienen), das von ihm ins Deutsche übersetzt wurde. Zu dem Buch inspiriert wurde Johansen übrigens durch eine Reise auf die Färöer-Inseln, wo er über einen Berg in ein Dorf lief und durch einen neu erbauten Tunnel durch den Berg zurückging. Das Szenario findet man in dem Buch wieder, auch wenn die Insel und das Dorf einen anderen Namen tragen und somit fiktiv sind.

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Buchbesprechung: Tom Leveen „Ich hätte es wissen müssen“

leveen_wissenLesealter 14+(Hanser-Verlag 2015, 207 Seiten)

In den letzten Jahren wurden zunehmend mehr Bücher veröffentlicht, in denen es um Cybermobbing geht – das ist unter Jugendlichen allerdings auch ein großes Thema geworden. Tom Leveens Jugendroman „Ich hätte es wissen müssen“ handelt auch davon, allerdings nicht aus Opfersicht, sondern es geht darum, wie ein Mädchen, das mitgemacht hat und mit den schlimmen Folgen ihres Tuns zu leben hat, damit zurechtzukommen versucht. Eine mal andere Sichtweise, die der amerikanische Autor da zu Papier gebracht hat …

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Buchbesprechung: Gideon Samson „Doppeltot“

samson_doppeltotLesealter 14+(Gerstenberg-Verlag 2015, 220 Seiten)

Gideon Samson ist ein noch recht junger niederländischer Autor – gerade mal 30 Jahre alt –, der für seine bisherigen Jugendromane schon viel Lob bekommen hat. Auch „Doppeltot“, vom Gerstenberg-Verlag unter anderem Titel als die niederländische Originalausgabe (die übersetzt „Schwarzer Schwan“ heißt) herausgegeben, war bereits auf der Liste „Die besten 7“ des Deutschlandfunks zu finden. Ein schaurig-eigenwilliges Cover hat man dem Buch gegeben, das stilisiert einen Schwan zeigt – für den deutschen Leser ist der Bezug eigentlich nicht verständlich … Erst dachte ich, das Cover sei vom niederländischen Buch übernommen worden, aber das ziert ein anderes Bild. Seltsam.

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Buchbesprechung: Shane Koyczan „Bis heute“

koyczan_heuteLesealter 14+(Aladin-Verlag 2015, 72 Seiten)

Wo wir bei den letzten beiden Buchbesprechungen gerade beim Thema Mobbing waren: Bettina Obrecht hat in ihrem Jugendroman „Opferland“ sehr genau festgehalten, wie der Weg eines Mobbing-Opfers verläuft, Daniel Höra hat in „Auf dich abgesehen“ gezeigt, wie Mobbing in den Zeiten von Handys und sozialen Netzwerken aussehen kann. Der Kanadier Shane Koyczan hat dagegen einen sehr künstlerischen Zugang zu dem Thema gewählt, und letztendlich ist „Bis heute“ (übrigens von Andreas Steinhöfel übersetzt) Teil eines größeren Projekts.

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Buchbesprechung: Bettina Obrecht „Opferland“

obrecht_opferlandLesealter 13+(cbj-Verlag 2015, 286 Seiten)

Das letzte gelesene Buch – Daniel Höras Kurzroman „Auf dich abgesehen“ – hatte das gleiche Thema wie Bettina Obrechts Jugendbuch „Opferland“: Es geht in beiden Büchern um Mobbing, die Hauptfiguren sind Mobbingopfer. Vielleicht mag die Sensibilität für das Thema in den letzten Jahren etwas gestiegen sein, aber dass es deswegen kein Mobbing mehr gibt, kann man wahrlich nicht sagen. Von daher hat Bettina Obrecht, deren Erstroman „Isoliert“, der schon 6-einhalb Jahre alt ist und mir gut gefallen hat, wieder ein aktuelles und heikles Thema aufgegriffen.

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Kurzrezension: Daniel Höra „Auf dich abgesehen“

hoera_abgesehenLesealter 12+(Carlsen-Verlag 2015, 111 Seiten)

„Carlsen Clips sind Romane in Kurzform, locker gesetzt und in einfacher, direkter Sprache. Sie setzen sich mit Themen auseinander, die Jugendliche interessieren und direkt ansprechen (…).“ So vermarktet der Carlsen-Verlag seine neu eingeführte Reihe von Kurzbüchern. Ein sehr zielgruppenorientiertes Konzept, mit dem man aktuelle Themen aufgreifen will. Nun, Mobbing ist eines meiner beruflichen Themen, das mich von daher auch im Jugendbuch interessiert. Und von Daniel Höra habe ich bisher auch fast alles gelesen, so dass ich mir seinen Clip-Roman anschauen wollte …

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Buchbesprechung: Mats Wahl „Wie ein flammender Schrei“

wahl_schreiLesealter 13+(Hanser-Verlag 2014, 200 Seiten)

Es gab einige Jahre nichts Neues mehr von Mats Wahl zu lesen – aber gut, Mats Wahl ist inzwischen fast 70 Jahre alt und vielleicht nicht mehr ganz so produktiv wie früher. Sein letztes, auf Deutsch erschienenes Buch war „Du musst die Wahrheit sagen“, nicht unbedingt das beste Buch des Autors. „Wie ein flammender Schrei“, der neueste Jugendroman auf Deutsch, ist im Original bereits 2010 erschienen …

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Buchbesprechung: Joyce Carol Oates „Zwei oder drei Dinge, die ich dir nicht erzählt habe“

oates_dingeLesealter 14+(Hanser-Verlag 2014, 267 Seiten)

Einige Jahre ist es her, dass von der amerikanischen Autorin Joyce Carol Oates, die inzwischen 76 Jahre alt ist, ein Jugendroman erschienen ist – schade, denn ihre bisher vier Jugendbücher waren alle psychologisch dichte und packende Bücher, die etwas Faszinierendes, aber der brisanten Themen wegen immer auch etwas unterschwellig Beunruhigendes hatten. „Zwei oder drei Dinge, die ich dir nicht erzählt habe“, Oates‘ neuer Jugendroman, wurde auch erst zwei Jahre nach dem Erscheinen in den USA übersetzt, was mich etwas gewundert hat. Gespannt war ich in jedem Fall sehr auf das Buch …

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Buchbesprechung: Erin Jade Lange „Butter“

lange_butterLesealter 13+(rororo rotfuchs 2014, 331 Seiten)

Was sich hinter diesem Titel wohl verbergen mag? Ich werde hier natürlich kein Rezeptebuch vorstellen … Nein, in dem Debütroman der Amerikanerin Erin Jade Lange, die bisher als Nachrichtenredakteurin gearbeitet hat, werden einige heiße Themen angesprochen: Das Buch handelt von einem Jungen, der dick ist und nicht gerade nett von seinen Mitschülern behandelt wird – um es etwas euphemistisch auszudrücken. Es geht also um Mobbing, und das Internet spielt dabei auch eine gewisse Rolle. Ein spannendes Thema also.

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Buchbesprechung: Hermann Schulz „Warum wir Günter umbringen wollten“

schulz_guenterLesealter 12+(Aladin-Verlag 2013, 151 Seiten)

Bis 2001 war Hermann Schulz Leiter des Peter-Hammer-Verlags (übrigens in Nachfolge zum früheren Bundespräsidenten Johannes Rau), erst einige Jahre davor hat er angefangen, Kinder- und Jugendbücher zu schreiben. Seit 2001 widmet er sich nur noch dem Schreiben von Büchern, dabei haben die Romane (wie z. B. „Leg nieder dein Herz”, das mir damals gut gefallen hat) meist etwas mit dem Kontinent Afrika zu tun – nicht grundlos: Hermann Schulz wurde als Sohn eines Missionars in Tansania geboren, wuchs aber in Deutschland auf. Dem Kontinent ist er über Reisen, aber auch mit dem Programm des Peter-Hammer-Verlags treu geblieben. Schulz‘ neues Buch „Warum wir Günter umbringen wollten“ thematisiert jedoch etwas ganz anderes: Die Geschichte spielt kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

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Buchbesprechung: Bjørn Ingvaldsen „Wie Balder es schaffte, einen Blitz zu fotografieren, und es fast nicht überlebte“

ingvaldsen_balderLesealter 11+(Boje-Verlag 2013, 140 Seiten)

Worum es in dem dünnen Bändchen des Norwegers Bjørn Ingvaldsen geht, ahnt man nach dem Lesen des Buchtitels nicht. Er klingt ja eher witzig und ist auch so gestaltet, doch letztendlich behandelt „Wie Balder es schaffte, einen Blitz zu fotografieren, und es fast nicht überlebte“ ein sehr ernstes Thema: Es geht um einen Jungen, der in der Schule Außenseiter ist und gemobbt wird. Bücher zu dem Thema gibt es viele – weitere taugliche Bücher, die man in der Schule besprechen kann, sind aber jederzeit willkommen. Ob Ingvaldsens Buch dazu gezählt werden kann, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest.

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Kurzrezension: Linn T. Sunne „Das Leben spielt sich anderswo ab“

sunne_lebenLesealter 13+(Gerstenberg-Verlag 2013, 110 Seiten)

Nachdem ich vor einer Woche einen sehr langen Jugendorman begonnen hatte, den ich jedoch nach knapp 100 Seiten wieder zur Seite gelegt habe, habe ich mich gefreut, mal wieder ein schmales Bändchen in den Händen zu halten. Linn T. Sunne ist Norwegerin, hat schon viele Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, „Das Leben spielt sich anderswo ab“ ist jedoch das erste Buch, das ins Deutsche übertragen wurde.

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Buchbesprechung: Gina Mayer „Morgen wirst du sterben“

mayer_sterbenLesealter 14+(Ravensburger-Verlag 2013, 346 Seiten)

Von Gina Mayer habe ich in den letzten Jahren alle Jugendromane gelesen – mal war ich nicht ganz so überzeugt von den Büchern, dann aber auch wieder recht begeistert (z. B. von „Die verlorenen Schuhe„). „Morgen wirst du sterben“, der neue Jugendroman der Autorin aus Düsseldorf, ist ein Thriller, und das wirft natürlich die Frage auf, ob das Buch das Prädikat verdient – das ist nicht immer selbstverständlich. Grundsätzlich – das vorab – funktioniert das Buch eher auf psychologischer Ebene, richtige Gewalt taucht darin nicht auf.

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Buchbesprechung: Patrick Ness & Siobhan Dowd „Sieben Minuten nach Mitternacht”

Cover Patrick NessLesealter 12+(cbj-Verlag 2011, 215 Seiten)

„Sieben Minuten nach Mitternacht“ hat eine ganz besondere Vorgeschichte: Siobhan Dowd ist im Jahr 2007 an Krebs gestorben, und außer vier hochgelobten Jugendromanen hat sie ein Exposé zu einem neuen Buch hinterlassen, das sie jedoch selbst nicht mehr fertigstellen konnte. Lediglich ein paar Seiten hat die englische Autorin vor ihrem Tod scheiben können. Und was macht man mit einer guten Romanidee? Genau: Sie an jemand anderen weitergeben. Gefragt wurde schließlich Patrick Ness, ob er sich vorstellen könne, das Buch fertig zu schreiben – eine nicht ganz einfache Aufgabe, der sich der inzwischen in England lebende amerikanische Autor nach einigem Zögern gestellt hat. Und so ist „Sieben Minuten nach Mitternacht“ schließlich erschienen …

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Buchbesprechung: Marlene Röder „Melvin, mein Hund und die russischen Gurken“

Cover Marlene RöderLesealter 14+(Ravensburger-Verlag 2011, 126 Seiten)

Kurzgeschichten? Damit quälen Deutschlehrer doch immer ihre Schüler – sei es, um Inhaltsangaben und Textzusammenfassungen oder das Interpretieren von literarischen Texten einzuüben. Schuld daran ist wohl vor allem das praktische Textformat: Kurzgeschichten lassen sich hervorragend kopieren und im Lesebuch unterbringen, man kann sie in einer Schulstunde lesen und besprechen … Und so haben viele Jugendliche wohl eine Aversion gegen Kurzgeschichten. Leider. Dabei sind Kurzgeschichten – finde ich – wirklich etwas Besonderes. Sehr verdichtet schildern sie außergewöhnliche Situationen von Personen, oft Wendepunkte in ihrem Leben …

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Buchbesprechung: Charles Benoit „Du bist dran!“

Cover Charles BenoitLesealter 14+(cbt 2011, 215 Seiten)

Ein reißerisches Cover, ein reißerischer Titel: „Du bist dran!“. Das Buch des Amerikaners Charles Benoit fällt zumindest auf. Und wenn man dem Klappentext glauben darf, hat das Buch in den USA für Furore gesorgt. Zitiert werden auf dem Buchumschlag Lauren Oliver und Patricia McCormick, zwei nicht gerade unbekannte Jugendbuchautorinnen, Letztere mit dem Satz: „Eines der besten Jugendbücher, die ich je gelesen habe.“ Grundsätzlich misstraue ich solchen Aussagen ja erst einmal – dafür habe ich Ähnliches schon zu oft gelesen und war selbst dann von dem gewürdigten Buch hinterher enttäuscht …

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Buchbesprechung: Jacques Couvillon „Chicken Dance“

Cover Jacques CouvillonLesealter 12+(Bloomsbury-Verlag 2011, 336 Seiten)

Eigentlich hätte sich Chicken House, ein Ableger des Carlsen-Verlags, diesen Titel unter den Nagel reißen müssen … Doch „Chicken Dance“ ist bei Bloomsbury erschienen. Der Buchtitel hat mich gleich an ein anderes Jugendbuch erinnert, bei dem es auch um Hühner ging: Frances O’Roark Dowells „Chicken Boy“. Und tatsächlich: Die Bücher haben nicht nur das Thema Hühner gemeinsam, sondern darüber hinaus auch den Grundton der Geschichte.

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Buchbesprechung: Ingelin Røssland “Und ich dachte, ich wäre anders”

Cover RosslandLesealter 14+(Hanser-Verlag 2010, 174 Seiten)

Ein hübsches Cover ziert dieses Buch: ein körniges Schwarzweißfoto, das gekonnt mit der Tiefenschärfe (den verschwommenen Lichtpunkten im Hintergrund) spielt. Als Hobby-Fotograf weiß ich so etwas zu schätzen …

„Und ich dachte, ich wäre anders“ ist das erste, im Deutschen erschienene Buch der Norwegerin Ingelin Røssland, die eine Schauspielausbildung absolviert, außerdem Journalismus- und Dokumentarfilmregie-Kurse besucht hat. In Røsslands Buch geht es um ein Mädchen, das ihre dunklen Seiten kennenlernt – nicht gerade eine beglückende Erfahrung, aber ein interessantes Thema.

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