Jugendbuchtipps.de

Über Jugendbuchtipps.de

Wie ich zu den Jugendbüchern gekommen bin…

Ulf CronenbergSeit nunmehr über 15 Jahren bin ich Jugendbüchern „erlegen“ – die Anregung kam dabei hauptsächlich von einer Kollegin (danke Ulrike!), die mit mir gemeinsam in Nürnberg Referendariat machte. Hinzu kam, dass ich erstmals Deutsch an einem Gymnasium unterrichtete und von daher nach Lektüren für den Unterricht Ausschau halten musste. So bin ich bei Jugendbüchern gelandet… – und fortan haben sie mich gefesselt.

Meine zweite Zulassungsarbeit habe ich dann gleich zum Anlass genommen, mit einer 8. Klasse ein Jugendbuch-Projekt aufzuziehen (das übrigens noch immer hier im Netz steht) – und für die Vorbereitung musste ich ziemlich viele Jugendbücher lesen. Seit dieser Zeit schmöker ich regelmäßig in Jugendbüchern – mal mehr, mal weniger (im Moment eher sehr viel).

Dass ich dem Jahr 2002 mehr Jugendbücher als in den Jahren zuvor lese, liegt unter anderem daran, dass ich endlich wieder gute Kinder- und Jugendbuchläden in der Nähe habe. Dort, wo ich bis August 2002 gewohnt habe, gab es keinen guten Buchladen (zumindest in Bezug auf Jugendbücher) – und entsprechend wenige Jugendbücher habe ich die drei Jahre, die ich dort gelebt habe, auch gelesen. Doch seit meinem Umzug erst zurück in die Nähe von Bamberg und inzwischen nach Würzburg gibt es endlich wieder gute Buchläden, in denen ich in einer großen Auswahl stöbern kann und mich mit den Buchhändlerinnen austauschen kann.

Wieso gibt es diese Website?

Letztendlich habe ich mir schon immer gedacht, dass es schade ist, so viele Bücher zu lesen – aber meistens nur für mich. Denn es sind ja nur selten mal Bücher, die man dann auch im Unterricht verwenden kann… (zumal ich den Großteil meiner Arbeitszeit als Schulpsychologe arbeite und, wenn überhaupt, meist nur noch eine Deutschklasse unterrichte).

Dank Jugendbuchtipps.de lese ich nun wenigstens nicht mehr nur für mich, sondern kann meine Leseerfahrungen an andere weitergeben – vielleicht kann der ein oder andere ja Anregungen für gute Jugendbücher bekommen. Zugleich (der Mensch ist ja nicht immer nur altruistisch veranlagt) habe ich selbst auch etwas von diesen Seiten: nämlich ein persönliches Lesetagebuch und eine Übersicht über alle Bücher, die ich gelesen habe (zumindest ab 2003). Es passiert mir bei der Menge an Büchern, die ich lese, einfach immer öfter, dass ich nicht mehr weiß

  • wie der Titel des Buches von dem „na, wie heißt er doch gleich?“ lautet,
  • ob ich das Buch – „irgendwie kommt mir das doch bekannt vor“ – eigentlich schon gelesen habe, um was es in dem Buch – „verdammt noch mal“ – geht oder
  • wie mir das Buch – „das war doch grottenschlecht, oder?“ – eigentlich damals gefallen hat.

In meinem Alter sollten sich solche Gedächtnislücken eigentlich noch nicht mit Alzheimer erklären lassen – aber wer weiß das schon…

Wie geht es weiter?

Seit 2003 gibt es nun Jugenbuchtipps.de – und die Seite hat inzwischen ihren eigenen Stil entwickelt. Und den werde ich im Großen und Ganzen beibehalten. Im Mai 2008 habe ich das Layout komplett geändert – Jugendbuchtipps.de setzt seitdem auf WordPress auf. Nach wie vor geht es mir darum, an interessierte Jugendbuchleser meine Einschätzung von Büchern weiterzugeben.

Aus den letzten Jahren weiß ich, dass nicht nur Jugendliche, sondern auch Eltern, Lehrer, Bibliothekare und erwachsene Jugendbuch-Fans häufig auf die Webseiten gucken. Schön! Es ist etwas schwer, für alle diese Zielgruppen gleichzeitig zu schreiben – ein Spagat, der mir aber hoffentlich im Großen und Ganzen gelingt.

Übrigens: Buchkommentare von anderen Jugendbuchlesern sind durchaus denkbar und wünschenswert – und inzwischen sind sie ja auch problemlos möglich: Denn seit Mai 2008 (seit der Umstellung auf WordPress) gibt es ja am Ende jeder Buchbesprechung die Möglichkeit, eigene Kommentare zu den Buchbesprechungen hinzuzufügen. Ich redigiere bei den Kommentaren die Rechtschreibung und Zeichensetzung, glätte vielleicht hier und da etwas sprachlich, verändere aber inhaltlich nichts (und unverschämte oder despektierliche Kommentare – ja, die gibt es – werden unwiederbringlich gelöscht).

Es gibt noch mehr …

… nämlich drei weitere Webseiten von mir und mit mir:

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Kommentare (7)

  1. Pingback: Jugendbuchtipps | Kreide fressen

  2. Hanna Lindemann

    Sehr geehrter Herr Cronenberg,
    seit einigen Jahren lese ich regelmäßig Ihre Jugenbuchkritiken und bin sehr begeistert von Ihren Empfehlungen. Einige Bücher habe ich auch im Unterricht lesen lassen und sie kamen immer sehr gut an. Danke für die so treffenden Tipps.
    Mit nettem Gruß
    Hanna Lindemann

  3. Ulf Cronenberg (Beitrag Autor)

    Dankeschön, Frau Lindemann!

  4. Schmitt, Helga

    Sehr geehrter Herr Cronenberg,
    auch ich möchte mich für Ihre Tipps ganz herzlich bedanken! Aber ich möchte Sie auch um etwas bitten:
    Ich habe gerade den Roman „Die Pilgerjahre des Hernn Tatzuki“ von Haruki Murakami gelesen und habe darin eine große Anzahl von Produktplazierungen gefunden. Dadurch ist mir dieses Thema wieder aufgefallen.
    Mein mittlerweile 22-jähriger Sohn hatt sehr viele Jugendbücher gelesen, die ich oft ebenfalls las. Dabei war mir mehrmals Schleichwerbung aufgefallen. Allerdings kann ich Ihnen keine konkreten Titel mehr nennen. Wäre es Ihnen als Leser vieler Jugendbücher möglich, solche Produktplazierungen aufzulisten und ggf. an zuständige Stellen weiterzuleiten?
    Ein Freund berichtete, mehr habe einen Podcast zu diesem Thema gehört, ein Germanist hat wohl kürzlich darüber promoviert.
    Ich finde Schleichwerbung in der Literatur, insbesondere in der Kinder- und Jugendliteratur unerträglich!
    Mit freundlichen Grüßen
    Helga Schmitt

  5. Ulf Cronenberg (Beitrag Autor)

    Sehr geehrte Frau Schmitt,
    ja, ich lese viele Jugendbücher, aber ich bin mir nicht dieses Problems bewusst. Das Einzige, was mir sofort dazu einfällt, ist, dass Jugendbüchern immer wieder bestimmte elektronische Geräte genannt werden, also dass jemand sein iPhone nutzt, an der Xbox spielt etc. Ich finde das nicht problematisch, denn ich sehe das nicht als gezielte Produktplatzierung an (das würde ja heißen, dass die Autoren oder Verlage dafür Geld bekommen), sondern eben als Ausschnitt aus der Wirklichkeit. Mir ist jedenfalls kein Jugendbuch in Erinnerung, wo ich den Eindruck hatte, da wird so etwas übertrieben und gezielt eingesetzt. Da hätte ich schon gerne einen Beleg – sowohl für übertriebene Produktplatzierung als auch für Absprachen zwischen Autoren/Verlag und Firmen.
    Davon abgesehen: An welche „zuständigen Stellen“ soll man das weiterleiten?
    Ich wage jedenfalls nicht zu beurteilen, ob in Jugendbüchern gezieltes product placement stattfindet. In den entsprechenden Wikipedia-Artikeln (englisch und deutsch) zur Produktplatzierung werden zwar viele Medien genannt (Musik, Videos, Comics etc.), nicht aber Bücher.
    Viele Grüße
    Ulf Cronenberg

  6. Yvonne (privatkino)

    Sehr geehrter Herr Cronenberg,
    wenn ich sage, dass Ihre Seite die beste im Jugendbuchsektor ist, dann ist es keinesfalls eine Übertreibung. Immer, wenn ich neue Inspirationen brauche oder einfach nur, wenn ich nach einer Rezension suche, sind Sie mein erster Weg, weil ich hier zumeist fündig werde.
    Ich finde es großartig, dass Sie als „Erwachsener“ noch Jugendbücher lesen, ich werde oft dafür belächelt, da heißt es ja gerne, es sei Trivialliteratur. Viele schreckt auch alleine der Begriff Jugendbuch schon ab. In meinem Lesekreis merke ich es, da wird schon abgewunken, weil „kann ja nix für eine Dame von 60 Jahren sein“. Falsch, meiner Überzeugung nach. Es gibt so grandiose Jugendbücher, von denen ich denke, dass sie von jedermann gelesen werden können.
    Falls ich es mir herausnehmen darf, würde ich Ihnen „Was fehlt, wenn ich verschwunden bin“ von Lilly Lindner ans Herz legen. Sprachlich und stilistisch für mich einfach eine Ausnahmeautorin.
    Alles Liebe und bitte machen Sie auf jeden Fall so weiter!
    Yvonne

  7. Ulf Cronenberg (Beitrag Autor)

    Hallo Yvonne,
    tja, da kann ich nur danke sagen – das ist natürlich ein tolles Lob. Und ich werde dran bleiben …
    Die Diskussion von wegen Ernstnehmen von Jugendbüchern kenne ich bei mir gar nicht so – aber das liegt wohl daran, dass ich mich nicht in so typischen Lese- und Germanistenkreisen bewege. Mal davon abgesehen, ist die Trennung in Jugend- und Erwachsenenliteratur doch sowieso recht künstlich.
    Lilly Lindners Buch ist völlig an mir vorbeigegangen, dabei werde ich vom Fischer-Verlag eigentlich immer ganz gut mit Infos versorgt. Das Buch klingt auch interessant, aber ich werde es trotzdem wohl eher nicht lesen, weil ich so viele aktuelle Bücher habe, die noch gelesen werden wollen … Und ich versuche immer, vor allem Bücher aus den aktuellen Verlagsprogrammen zu besprechen.
    Viele Grüße
    Ulf

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